Übergabe der offenen Briefen in Bern: Klimastreik fordert strengere Regulierungen für den Schweizer Finanzplatz

16 Dez 19
Iared Camponovo

Heute, Montag 16. Dezember, wurden 253 offene Briefe an zwei Vertreter*innen des Parlamentes - Adèle Thorens Goumaz und Beat Jans - in Bern übergeben. Bei der Übergabe haben sich rund 15 Menschen auf dem Bundesplatz versammelt um die Forderungen zu unterstützen. Anschliessend wurden einige Aktivist*innen ins Bundeshaus eingeladen, so konnten auch einige Briefe persönlich übergeben werden.

Innerhalb von zwei Monaten haben mehr als 11’000 Menschen den offenen Brief von Klimastreik Schweiz, adressiert an die grössten Schweizer Finanzinstitute und die Schweizer Regierung, unterschrieben. Bereits ende November wurden um die 300 Briefe an die grössten Banken und Versicherungen gesendet.

Die Klimastreikenden erklären in ihrem Kommuniqué, dass “wenn weiter im gleichen Ausmass in klimaschädliche Projekte und Unternehmen investiert wird, bewegen wir uns gemäss dem Bundesamt für Umwelt (BAFU) auf eine Erderhitzung von 4-6°C zu. Dadurch wird Artikel 2c das Pariser Klimaabkommens klar verletzt (Finanzflüsse in Einklang mit einem Weg zu tiefen Treibhausgasemissionen und klimaresistenter Entwicklung zu bringen)”. “Jedoch gibt weder die Politik”, schreiben sie weiter, “dem Schweizer Finanzplatz klare Vorschriften und Standards bezüglich nachhaltigen Investitionen und Finanzierungen, noch steigen die Schweizer Finanzinstitute selbständig genügend schnell aus fossilen Energien und weiteren umweltschädlichen Projekten aus.”

Der Klimastreik Schweiz fordert daher von den Finanzinstituten:

1. Transparente Veröffentlichung der Finanzflüsse ab 2020.
2. Reduktion der direkten und indirekten Treibhausgasemissionen des Schweizer Finanzplatzes auf Netto 0 bis 2030 
a. Ab sofort keine neuen Investitionen, Kredite und Versicherungsdienstleistungen für
Projekte und Unternehmen, die in fossilen Energien aktiv sind!
b. Bis Ende 2020 klare Pläne mit konkreten Zielen und Massnahmen, welche aufzeigen,
wie sie ihre Finanzflüsse bis 2030 auf Netto 0 bringen.

Nachfolgend ein Zitat aus dem offenen Brief:

“Die letzte Legislatur war eine Verlorene. Bezüglich Umwelt- und Klimaschutz wurden keine Fortschritte erzielt. Die letzten Wahlen haben es aber gezeigt: klimapolitische Fragen waren der Schweizer Bevölkerung noch nie so wichtig wie gerade jetzt. Angesichts der Tatsache, dass wir
die Klimakrise für den Fortbestand der Menschheit dringend und rasch lösen müssen, ist dies mehr als verständlich. Wir Klimastreikende erhoffen uns viel von Ihnen. Sie haben es in der Hand,
ob wir in den nächsten vier Jahren endlich die so dringend benötigten Fortschritte betreffend einer nachhaltigen, für alle verträgliche Klimapolitik erzielen werden oder nicht. Dabei muss unter anderem endlich einem bisher vernachlässigten Thema viel grössere Beachtung geschenkt werden: dem Schweizer Finanzplatz”.