Sie sind nicht radikal, sondern mutig!

12 Jul 19

Gewaltlos und friedlich protestierten am Montag, 8. Juli 2019 über 80 Klimaaktivst*innen in Zürich und Basel vor den Schweizer Grossbanken UBS und CS gegen die umweltschädlichen Geschäftspraktiken. Sie wurden jedoch von einem unverhältnismässig grossen Polizeieinsatz festgenommen, 48 Stunden festgehalten und angezeigt. Nach heutigen Erkenntnissen beläuft sich die Strafe pro Aktivist*in auf 800.- oder mehr - dafür, dass sie sich für die Zukunft unseres Planeten eingesetzt haben - die Gesamtkosten belaufen sich also auf über CHF 64'000.-.

Nachdem Campax mit einem Eil-Appell die sofortige Freilassung der Aktivist*innen forderte, sammeln wir nun Spenden, damit die Aktivist*innen nicht noch mehr für ihre gute Tat bestraft werden. 

Die Aktivist*innen aus allen Altersgruppen blockierten mit Velos, Kohlehaufen und Holz die Eingänge der Grossbanken und ketteten sich rund um die Gebäude fest. Sie wollten damit auf die klimaschädlichen Geschäftspraktiken aufmerksam machen, die unmengen and CO2 verursachen. 

Allein in 2017 finanzierte die UBS und CS Emissionen von 93,9 Millionen Tonnen CO2 Äquivalenten.Das sind doppelt so viele wie die Schweiz in einem Jahr verursacht. Ein Umdenken bei den Grossbanken ist bisher nicht in Sicht: Die Credit Suisse erhöhte ihre Finanzierung von Kohle auf 67,2 Millionen Tonnen CO2 Äquivalente - gegenüber 2016 um das 16-fache! Das ist inmitten der Klimakrise ein Skandal! Lesen Sie mehr dazu im Fact Sheet von Greenpeace zu den von Schweizer Banken finanzierten Emissionen. Die Forderung der Aktion war klar: die UBS und CS sollen mit sofortiger Wirkung die Anforderungen des von der Schweiz unterzeichneten Paris Klimaabkommen halten. 

Trotz des friedlichen Vorgehens der Aktivist*innen reagierte die Polizei mit einem unverhältnissmässig grossen Aufgebot, verhaftete die Aktivist*innen und hielt sie 48 Stunden in gewahrsam (zwei befinden sich bis zum Zeitpunkt dieses Artikels in Untersuchungshaft). Campax reagierte schnell und lancierte einen Eil-Appell damit die Aktivis*innen sofort freigelassen werden. 

Dies geschah dann auch nach zwei Nächten, jedoch wurden alle 80+ Protestierenden mit einer Strafe von mindestens CHF 800.- gebüsst - die Gruppe ist also mit Kosten von mindestens CHF 64'000.- konfrontiert. Statt der Klimasünder werden also die Aktivist*innen bestraft. 

Campax startete im Nu eine Spendenaktion, mit dem Wissen, dass sich die Schweizer Bevölkerung hinter die Aktivist*innen stellen wird. Tatsächlich wurden bereits über CHF 20'000.- gesammelt - ein klares Zeichen, dass Schweizer*innen sich einen klimafreundlichen Finanzplatz Schweiz wünschen.