Sultan von Brunei krebst zurück!

6 Mai 19

Unser Druck zeigt Wirkung: Am Sonntag hat der Sultan von Brunei in einer Rede angekündigt, dass sein Land auf die Vollstreckung der Todesstrafe gegen Homosexuelle verzichten will. 

Der Sultan erklärte am Sonntag in einer Rede, in Brunei werde ein seit langem geltendes Moratorium für die Todesstrafe nach allgemeinem Recht auch auf Todesurteile auf Grundlage der Scharia angewandt.

Die Ankündigung ist sehr erfreulich und zeigt, dass internationale Proteste wirken! Dafür warst auch die Campax-Community wichtig: Innert kürzester Zeit kamen über 7’500 Unterschriften an Bundesrat Cassis zusammen. Die Petition forderte vom Schweizer Aussenminister, sofort mit diplomatischem Druck gegen die barbarische Strafnorm vorzugehen. Auch in anderen Ländern wurde die Zivilgesellschaft aktiv: So wurden etwa in Frankreich und Grossbritannien ähnliche Petitionen lanciert und je über 50’000 Mal unterschrieben. Der Hotel-Boykottaufruf von George Clooney führte unter anderem dazu, dass den im Besitz des Sultans befindlichen Hotels diverse hochrangige Veranstaltungen entzogen wurden. 

Kurz nach der Einreichung unserer Petition hat die Schweiz Mitte April zusammen mit 35 anderen Staaten eine Erklärung unterzeichnet, die von Brunei die Abschaffung der menschenverachtenden Strafen fordert. Auch die UNO und die EU haben die Gesetzesänderungen scharf verurteilt. 

All diese Aktionen haben schlussendlich dazu geführt, dass der Sultan am Sonntag zurückkrebsen musste. In seiner Rede kündigte er sogar an, dass sein Land die UN-Konvention gegen Folter ratifizieren werde, die es bereits vor einigen Jahren unterzeichnet hatte.

Das Beispiel Brunei zeigt auf, dass auch scheinbar eine kleine Aktion - wie etwa das Unterschreiben einer Petition - Wirkung entfalten kann: Denn nur wenn viele zusammen ihre Stimme erheben, kann internationaler Druck Wirkung entfalten und einen solchen Erfolg ermöglichen.