Übergabe des offenen Briefs zur Rolle der Credit Suisse bei der Dakota Access Pipeline

20 Okt 17
Urs Arnold

Pull the plug, Tidjane! Das haben über 2000 Menschen gefordert. Zwar nicht Tidjane Thiam persönlich, aber Bruno Bischoff, Leiter Sustainability Affairs der Credit Suisse, hat gestern den offenen Brief ein weiteres Mal entgegengenommen... ein weiteres Mal, denn auch die Briefe, die an CS-Filialen in der ganzen Schweiz vorbeigebracht wurden, sind bis zu ihm durchgedrungen.

Die Gefahr, dass ein Pipeline-Leck das Trinkwasser der Sioux und weiterer 17 Millionen Menschen verschmutzt, ist bis auf weiteres nicht gebannt. Letze Woche hat ein Bundesrichter entschieden, dass die Dakota Access Pipeline (DAPL) weiterhin Öl befördern darf. Die Standing Rock Sioux hofften darauf, dass so lange kein Öl mehr durch ihr Land fliesst, bis die Regierung eine gerichtlich angeordnete Umweltprüfung durchgeführt hat.

Das Öl fliesst weiterhin durch die Pipeline und die Credit Suisse macht weiterhin Geschäfte mit den dafür verantwortlichen Unternehmen.

Gestern war ich bei der Credit Suisse und habe unseren offenen Brief überreicht. Es dauerte lange, bis die CS bereit für eine persönliche Übergabe war und ihr CEO Tidjane Thiam wollte oder konnte den Brief leider nicht persönlich entgegennehmen. Dafür aber Bruno Bischoff, Leiter Sustainability Affairs der Credit Suisse. Das Gespräch mit ihm hat deutlich gemacht, dass es weiterhin breiten Widerstand gegen die skandalösen Geschäftsbeziehungen der Schweizer Grossbank braucht. Die CS stellt sich nach wie vor auf den Standpunkt, dass sie nicht direkt an der Projektfinanzierung der DAPL beteiligt sei, bestreitet aber auch nicht, dass sie mit den DAPL-Firmen Energy Transfer Partners und Energy Transfer Equity und deren Tochter, der Sunoco Logistics Geschäfte eingegangen ist – Eine Argumentation, die umso fadenscheiniger wirkt, desto länger man darüber nachdenkt.

Unser offener Brief und die Bemühungen zahlreicher anderer Organisationen und Einzelpersonen zeigen der Credit Suisse aber deutlich, dass es immer mehr Menschen nicht mehr akzeptieren, dass Profit auf Kosten von Menschenrechten, sauberem Wasser und dem Klima gemacht wird. Wenn noch mehr Menschen den offenen Brief persönlich bei einer CS-Filiale überreichen, ist das ein starkes Signal, das vom Kundenbetreuer bis hin zur Führungsebene wahrgenommen wird.

Den offenen Brief ausdrucken und persönlich bei einer CS-Filiale überreichen

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