Der Bund Artikel vom 20.02.2017: Ein Ständchen für Präsident Trump

Montag, 20. Februar 2017

Berner Demonstranten fordern den Bundesrat auf, Donald Trump zur Persona non grata zu erklären.

von Naomi Jones

Trump ist unerwünscht. Dies zumindest finden rund 9500 Online-Petitionäre. Andreas Freimüller und eine kleine Gruppe von einem guten Dutzend Demonstranten haben der Bundeskanzlei am Montagvormittag eine Petition überreicht, die den Bundesrat auffordert, den amtierenden amerikanischen Präsidenten zur Persona non grata zu erklären. Freimüller ist Präsident der Schweizer NGO Campax. Die Organisation hat die Online-Petition vor rund zwei Wochen lanciert.

Die Petition fordert den Bundesrat auf, gegen Trumps Politik der Ausgrenzung und Diskriminierung Stellung zu beziehen. «Wenn Amerika den Bach runtergeht, dann zahlen wir alle», sagt Freimüller bei der Petitionsübergabe. Er sei überzeugt, dass die Episode Trump kurz bleibe, wenn sich genügend Menschen engagieren.

Edwin Grütter ist zur Petitionsübergabe aus Luzern angereist. Trump sei nicht bloss eine Witzfigur, sondern sehr gefährlich, weil er sich nicht an demokratische Regeln halte. «Es ist mir ein Anliegen, etwas dagegen zu unternehmen.» Unter den vorwiegend älteren Teilnehmern ist auch Peter Leu mit seinem kleinen Sohn. Es gehe ihm um Anstand, sagt er. Seine Frau sei Ausländerin, und er selbst habe lange Zeit im Ausland gelebt. «Ich weiss, was Ausgrenzung bedeutet.»

Nachdem die Bundeskanzlei die Petition in Form eines Plakats in Empfang genommen hat, begibt sich die kleine Gruppe zur amerikanischen Botschaft. Sie will dieser ein Ständchen bringen. Freimüller hat zur Melodie von «Happy Birthday» einen Protestsong verfasst und fordert Donald Trump auf, zurückzutreten.

Die Botschaft ist geschlossen. Das haben die Demonstranten erwartet. Denn der 20. Februar ist Presidents’ Day. Ihr Liedchen singen sie trotzdem. Auch die Petition, allerdings mit unkenntlich gemachten Namen, wollen sie trotzdem übergeben. Als dies auch einem jungen Demonstranten mit amerikanischem Pass nicht gelingt – beim Empfang trifft er bloss auf einen Security-Mann –, bietet sich eine anwesende Polizistin an, das Plakat am nächsten Tag zu übergeben.

Quelle: Der Bund vom 20.02.2017

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